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Vielfalts-
dimensionen

Möchten Sie mehr über Vielfalt erfahren?
Die sieben Kern-Dimensionen der Diversity strukturieren Vielfalt in Organisationen und adressieren Ein- und Ausgrenzung. Während die tieferen Dimensionen die Inclusion stark beeinflussen und weniger veränderbar sind, sind die äußeren flexibler. Dieser Ansatz unterscheidet sich vom spezifischen deutschen Begriff der Inklusion und integriert alle Dimensionen. (Angelehnt an Gardenswartz und Rowe: „4 Layers of Diversity“)

Die Dimensionen von Vielfalt

Ethnische Herkunft und Nationalität

Menschen neigen dazu, sich aufgrund sozialer, kultureller, historischer Faktoren oder eines Zusammengehörigkeitsgefühls verschiedenen Gruppen zuzuordnen. In Deutschland sind insbesondere die Themen ethnische Herkunft, Migration und Rassismus eng miteinander verknüpft. Häufig werden einer Gruppe mehr Gemeinsamkeiten zugeschrieben, als sie in der Realität hat. Die daraus entstehenden Stereotype und Vorurteile können das Selbstkonzept beeinträchtigen, den Zugang zu Chancen beschränken und ein Gefühl der Isolation bei den Betroffenen verursachen. Beispielsweise sagt die ethnische Herkunft nicht zwangsläufig etwas über die Staatsangehörigkeit, Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung einer Person aus.
DE&I fördert Verständnis, Zusammenhalt und kulturelle Bereicherung durchvielfältige ethnische Hintergründe und Nationalitäten. Die Diversität in der Belegschaft macht Unternehmen und Organisationen nicht nur im Wettbewerbum nationale und internationale Kundschaft sowie Märkte attraktiv, sondernkann auch zu einem Pool talentierter Fachkräfte beitragen. Die Sprach- und Kulturkenntnisse der Belegschaft können dabei den Schlüssel zu neuen Märkten darstellen. Ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld ist dabei von entscheidenderBedeutung.

Was Sie tun können

Aufzählungspunkt

Stellen Sie Teams so zusammen, dass sie unterschiedliche Kulturen vereinen. So sprechen Sie unterschiedliche Zielgruppen an.

Aufzählungspunkt

Gehen Sie aktiv auf die internationale Suche nach Fachkräften. Falls Sie bereits Fachkräfte aus anderen Kulturen beschäftigen, binden Sie diese in die Suche mit ein.

Aufzählungspunkt

Investieren Sie in den Aufbau internationaler oder interkultureller Netzwerke. So bleiben Sie auf dem Laufenden und können von den Erfahrungen anderer Organisationen lernen.

Aufzählungspunkt

Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeitenden für kulturelle Unterschiede, aber auch für die Gemeinsamkeiten, die alle mitbringen.

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Sexuelle Orientierung

Die Dimension Sexuelle Orientierung bezieht sich im Diversity-Kontext vor allem auf queere Menschen, um Chancengleichheit zu fördern und Diskriminierung abzubauen. Queer ist ein Sammelbegriff für alle Personen, deren geschlechtliche Identität und/oder sexuelle Orientierung nicht zweigeschlechtlich, cisgeschlechtlich und/oder heterosexuell ist. Der Begriff zeichnet sichdadurch aus, dass er Identitäten nicht scharf abgrenzt. Auch das gesamtgesellschaftliche Bewusstsein über die Vielfalt aller Identitäten schreitet stetigvoran. Dies ermöglicht es Menschen, sich zunehmend mit einer Identität zuidentifizieren, die ihren Erfahrungen und ihrer Selbstachtung entspricht. Eineaufgeschlossene Organisations- und Institutionskultur in Bezug auf die Sexuelle Orientierung ermöglicht es, dass Beschäftigte einen wichtigen Teil ihrer Persönlichkeit zeigen dürfen. Außerdem sehen Bewerbende eine Queerfreundliche Organisationskultur als ein Gradmesser für Offenheit.

Was Sie tun können

Aufzählungspunkt

Unterstützen Sie Ihre Beschäftigten, wenn sie Netzwerke oder betriebliche Interessengruppen aufbauen oder einbinden möchten.

Aufzählungspunkt

Beziehen Sie Mitarbeitende unterschiedlicher sexueller Identität zur

besseren Ansprache neuer Zielgruppen oder bei Marketingentscheidungen ein.

Aufzählungspunkt

Fördern Sie eine Organisationskultur, in der sich niemand für die eigene sexuelle Identität oder Orientierung rechtfertigen muss.

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Geschlecht und geschlechtliche Identität

Die geschlechtliche Identität bezeichnet das Geschlecht, dem sich einMensch zugehörig fühlt. Diese muss nicht notwendigerweise mit dem Geschlecht, das einer Person bei Geburt zugewiesen wurde, übereinstimmen. Geschlechtliche Identitäten sind sehr vielfältig und Selbstbezeichnungen können sich ändern, deshalb kann es keine verbindliche oder dauerhafte Definition geben. Personen identifizieren sich beispielsweise als trans*, inter*, nichtbinär oder cisgender. Geschlechtliche Identitäten gehen aber über diese Selbstbezeichnungen hinaus. Alle Menschen mit ihren vielfältigen Geschlechtsidentitäten einzubeziehen und ihnen die gleichen Chancen zu bieten, lohnt sich auch für Arbeitgebende: Nur wer sich vollständig akzeptiert fühlt, kann seine Potentiale voll ausschöpfen. Das gelingt am besten in einem vorurteilsfreien Arbeitsklima.

Was Sie tun können:

Aufzählungspunkt

Kommunizieren Sie so, dass sich alle gemeint fühlen: gendergerecht in der internen und externen Kommunikation.

Aufzählungspunkt

Stellen Sie – besonders mit Blick auf den Gender Pay Gap – eine gleiche Bezahlung für gleiche Leistung sicher.

Aufzählungspunkt

Unterstützen Sie neue Rollenmodelle von Männern, zum Beispiel wenn Väter in Elternzeit gehen oder in Teilzeit arbeiten möchten.

Aufzählungspunkt

Achten Sie darauf, dass Sie Teams mit unterschiedlichen Geschlechtern zusammenstellen und Aufgaben nicht am Geschlecht festmachen.

Aufzählungspunkt

Bieten Sie Teilzeitmodelle für alle Geschlechter an, auch in Führungspositionen.

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Alter

Gegenwärtig arbeiten bis zu fünf verschiedenen Generationen zusammen (sog. Traditionals, Babyboomer, Generation X, Generation Y, Generation Z). Diese Generationen zeichnen sich nicht nur durch ihr Lebensalter, sondern auch durch gruppenspezifische Wertesysteme und Lebens- und Arbeitseinstellungen aus. Für Unternehmen und Institutionen ist die Dimension „Alter“ mit Blick auf den demografischen Wandel also wichtig. Eine Herausforderung ist, Erfahrungen und Wissen in den Belegschaften durch Wissensmanagement und lebenslanges Lernen zu sichern. Denn: Wissen veraltet immer schneller – beim berufsbezogenen Wissen innerhalb von zwei bis zehn Jahren. Es gilt, die Chancen der Generationenvielfalt zu nutzen und die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten bis zur Pensionierung zu erhalten.

Was Sie tun können:

Aufzählungspunkt

Stellen Sie altersgemischte Teams zusammen und achten Sie darauf, dass alle Generationen wertschätzend miteinander umgehen.

Aufzählungspunkt

Sichern Sie den Wissenstransfer durch ein Mentoring. Und zwar in beide Richtungen: Jung hilft Alt und Alt hilft Jung.

Aufzählungspunkt

Sorgen Sie durch Weiterbildungsangebote und Gesundheitsmaßnahmen dafür, dass Ihre Beschäftigten körperlich und fachlich fit bleiben.

Aufzählungspunkt

Schaffen Sie flexible Arbeitszeiten und -bedingungen, wo immer es Ihnen möglich ist. So schaffen Sie Raum für individuelle Gesundheitsvorsorge oder die Pflege von Angehörigen.

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Soziale Herkunft

Die soziale Herkunft wird durch die sozioökonomische Stellung der Familie bestimmt und setzt sich aus Aspekten wie dem familiären Hintergrund, der Jugendsozialisation, der Bildung oder auch der ethnischen Herkunft zusammen. Statistiken zeigen, dass die soziale Herkunft nach wie vor starken Einfluss auf Bildungs- und Arbeitsmarktchancen hat. Denn oft haben Menschen auf grund ihrer sozialen Herkunft keinen Zugang zu Ressourcen wie etwa Netzwerke, Vermögen, Bildung oder gesellschaftliche Macht. Dadurch erreichen viele Arbeitnehmer_innen keinen für ihre Talente und Fähigkeiten angemessenen Arbeitsplatz. Menschen mit benachteiligter Sozialer Herkunft haben jedoch verschiedene Fähigkeiten und Perspektiven, die Organisationen nutzen können. Beispielsweise kann bei Menschen, die einen sozialen Aufstieg erlebt haben, Durchsetzungsstärke und Anpassungsfähigkeit besonders ausgeprägt sein. Ebenso können sie Zugänge zu verschiedenen Zielgruppen besitzen und sich leichter in Menschen aus unterschiedlichen sozialen Gruppen hineinversetzen.

Was Sie tun können:

Aufzählungspunkt

Bieten Sie Mentoring-Programme für Menschen aus nicht-akademischen Haushalten an, eröffnen Sie sowohl Mentor_innen als auch Mentees Einblicke in die „anderen Welten“. Ermuntern Sie Mentees, sich bei Ihnen zu bewerben, und stellen Sie die geeigneten Personen ein.

Aufzählungspunkt

Bereiten Sie Menschen mit geringem Bildungsgrad auf die Ausbildung

vor und entwickeln Sie Ihre vielfältige Talent-Basis.

Aufzählungspunkt

Ermöglichen Sie Ihrem Personal im Rahmen des sozialen Engagements, sich für Menschen aus anderen Bildungsschichten zu engagieren und gemeinsam mit ihnen Projekte zu bearbeiten.

Aufzählungspunkt

Nehmen Sie in Ihre Diversity-Aktivitäten zur sozialen Verantwortung (CSR) die Perspektive von sozialer Herkunft auf. Unterstützen Sie zum Beispiel Kindergärten, die auf eine Mischung von sozialer Herkunft achten oder Menschen aus sozial benachteiligten Schichten betreuen.

Aufzählungspunkt

Binden Sie „soziale Unternehmen“, die mit Menschen aus unterschiedlichen sozialen Herkünften arbeiten, in Ihre Zusammenarbeit ein – zum Beispiel beim Catering.

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Religion und Weltanschaung

Die religiöse Vielfalt ist im Rahmen von DE&I von zentraler Bedeutung und zugleich eine facettenreiche Dimension. Verschiedene Glaubensrichtungen prägen die religiöse Diversität in Deutschland. DE&I strebt danach, ein Verständnis und Respekt für die Vielfalt religiöser Überzeugungen zu fördern und eine inclusive Umgebung zu schaffen.
Auch innerhalb von Belegschaften spiegeln sich vielfältige religiöse und weltanschauliche Überzeugungen wider. Arbeitgebende sollten Verständnis und Respekt für religiöse sowie weltanschauliche Riten und Praktiken aufbringen, da diese bedeutende Ausdrücke der Persönlichkeit darstellen. Das Ziel besteht darin, Rücksicht auf unterschiedliche religiöse Gepflogenheiten oder Weltanschauungen der Belegschaft zu nehmen.

Was Sie tun können:

Aufzählungspunkt

Respektieren Sie die Religion und Weltanschauung Ihrer Beschäftigten

und gehen Sie wertschätzend damit um.

Aufzählungspunkt

Kennen und berücksichtigen Sie die Feiertage von unterschiedlichen

Religionen, zum Beispiel, wenn Sie Dienstpläne erstellen.

Aufzählungspunkt

Richten Sie einen „Raum der Stille“ ein, in den sich Beschäftigte für Gebete zurückziehen können.

Aufzählungspunkt

Wenn Ihre Organisation über eine Kantine verfügt: Passen Sie die Speisenangebote entsprechend der religiösen Bräuche an.

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Körperliche und geistige Fähigkeiten

Im DE&I Kontext meint die Dimension beispielsweise Menschen mit Körperlichen und geistigen Behinderungen, chronischen Krankheiten oder auch neurodivergente Menschen (z. B. Autismus-Spektrum-Störung, Dyslexie oderADHS). Diese Vielfaltsdimension bezieht sich auf die körperlichen und geistigen Fähigkeiten von Menschen. Oft werden Menschen aufgrund einer Behinderung, Krankheit oder Neurodiversität unterschätzt und erleben viele Hürden in der Arbeitswelt. Als Charta der Vielfalt e. V. verfolgen wir bewusst einen positiven Ansatz, der den Fokus auf die unterschiedlichen körperlichen und geistigen Fähigkeiten von Menschen richtet. Damit das gelingen kann, ist es für Unternehmen und Institutionen wichtig, ein Bewusstsein für unterschiedliche Bedürfnisse zu entwickeln, gegen Vorurteile vorzugehen und Barrieren in der Umwelt abzubauen (z. B. nicht barrierefreie oder reizüberlastete Arbeitsplätzeoder nicht vorhandene Barrierefreiheit bei Webseiten). Auch der Leistungswandel in unterschiedlichen Lebensphasen und die damit verbundene Anpassung von Arbeitsplätzen an die jeweiligen Fähigkeiten spielen eine Rolle.

Was Sie tun können:

Aufzählungspunkt

Ermöglichen Sie, dass alle Beschäftigten ihren Arbeitsplatz barrierefrei erreichen können. Machen Sie übersichtliche Angaben zur Barrierefreiheit und geben Sie Ansprechperson an, die für Fragen zu Inklusion und Barrierefreiheit zur Verfügung steht.

Aufzählungspunkt

Passen Sie Jobprofile an die jeweiligen Fähigkeiten an, nicht andersherum. Veröffentlichen Sie Ihre Jobanzeige auf barrierefreien Plattformen und prüfen Sie dabei, ob auch Ihre eigene Webseite zugänglich ist.

Aufzählungspunkt

Setzen Sie „DisAbility Manager_innen“ oder „Beauftrage“ ein, um den Interessen von Menschen mit Behinderung noch mehr Gehör zu verschaffen. Nehmen Sie diese Bedürfnisse ernst und zeigen Sie damit, dass Ihr Unternehmen für Veränderung steht.

Aufzählungspunkt

Qualifizieren Sie Beschäftigte für Aufgaben, die sie mit ihrem Können noch nicht abdecken.

Aufzählungspunkt

Achten Sie darauf, dass Sie gesetzliche Regeln einhalten, wie die Quote für die Beschäftigung von Schwerbehinderten. Lagern Sie Dienstleistungen und Fertigungsprozesse nicht aus, sondern stellen Sie Menschen mit Behinderung direkt an, zum Beispiel mit dem Budget für Arbeit.

Aufzählungspunkt

Sorgen Sie durch eine vertrauensvolle, wertschätzende Kultur dafür, dass niemand eine Behinderung verstecken muss. Sind Rechtschreibfehler vielleicht ein Teil einer Lernschwierigkeit, wie einer Leserechtschreibschwäche?

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